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  • Dr. Cihat Cengiz

Epilepsie bei Kindern: ausprobieren, ausprobieren und wieder ausprobieren

Epilepsie bei Kindern

Epilepsie ist eine Störung des Gehirns, die das Nervensystem beeinträchtigt. Fast 800.000 Menschen in Deutschland sind an Epilepsie erkrankt – darunter auch Kinder wobei Epilepsie bei Kindern häufiger vorkommt als man denkt (siehe hierbei auch die Rolando-Epilepsie, die zwischen 5-15% der Epilepsieformen bei Kindern, Babys und Neugeborenen ausmacht). In der Epilepsie unterscheidet man zwischen der symptomatischen und idiopathischen Epilepsie. Epilepsie verursacht abnorme elektrische Aktivitäten im Gehirn, die zu epileptischen Anfällen führen können - der Anfall selbst kann von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten dauern. Es gibt viele Arten von Medikamenten gegen epileptische Anfälle, die alle unterschiedliche Nebenwirkungen haben können. Die Ursache von Epilepsie und verschiedenen Anfällen, u.a. fokale anfälle, dissoziative krampfanfälle etc., ist oft unbekannt. Eine Reihe von Faktoren kann eine Rolle spielen, darunter genetische Faktoren, Anomalien der Hirnstruktur, Hirnverletzungen oder -tumore, Toxine, Stoffwechselstörungen, Infektionskrankheiten oder Anomalien des Immunsystems. Es ist auch bekannt, dass Autoimmunität und Entzündungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krampfanfällen spielen. Menschen mit Autoimmunerkrankungen haben sogar ein höheres Risiko, Anfälle zu entwickeln.


Krampfanfälle bei Kindern - ausprobieren, ausprobieren und wieder ausprobieren

Menschen mit Epilepsie müssen so bald wie möglich nach ihrer Diagnose behandelt werden. Obwohl es derzeit keine Heilung für Epilepsie gibt, kann eine Behandlung helfen, die Anfälle zu kontrollieren und zu steuern. Die Behandlung von Krampfanfällen besteht in der Regel aus Antikonvulsiva oder antiepileptischen Medikamenten. Die Hälfte der Menschen mit neu diagnostizierter Epilepsie wird mit dem ersten Epilepsiemedikament, das sie ausprobieren, anfallsfrei. Für den Rest und dabei vor allem Kinder heißt es: ausprobieren, ausprobieren und wieder ausprobieren: Sie wechseln das Epilepsiemedikament, gewöhnen sich an die Nebenwirkungen und warten ab, ob das neue Medikament wirkt. Oder Sie bekommen Ihre Anfälle in den Griff, kommen aber mit den Nebenwirkungen des neuen Medikaments nicht zurecht.

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Krampfanfallrisiko höher durch Medikationswechsel

Eine aktuelle Studie hat nun gezeigt, dass sich das Risiko, epileptische Anfälle zu erleiden, um über 30 % erhöht, wenn man auf ein Medikament mit demselben Wirkstoff eines anderen Herstellers umsteigt.


Das mag überraschen, wenn wir das gleiche Präparat einnehmen, oder? Prof. Hamer von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie nannte einen triftigen Grund, warum dies der Fall sein könnte. Er erklärte, dass "verschiedene generische Präparate die gleichen Wirkstoffe enthalten, sich aber manchmal in den Hilfsstoffen unterscheiden".


Epilepsie bei Kindern: Medikamente wechseln - Krampfanfälle erhöhen?

Bevor Sie Ihren Arzt um einen Wechsel oder keinen Wechsel mehr bitten, sollten Sie sich vergewissern, dass Sie das derzeitige Medikament genau nach Vorschrift einnehmen. Das Auslassen von Dosen, das Teilen von Pillen oder das Nichtbefolgen von Anweisungen können einen Unterschied machen. „Auch wenn sich die Darreichungsform, das Aussehen, die Größe oder die Stärke der Tabletten ändert, kann es zu Einnahmefehlern und Verwechslungen kommen, die den Therapieerfolg gefährden und zu einem erhöhten Anfallsrisiko führen können", so Prof. Hamer in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie.

Dies kann Ihre Kontrolle über Anfälle oder Nebenwirkungen beeinträchtigen. Wenn Sie sich genau an die Anweisungen halten, aber trotzdem immer wieder Anfälle haben, sprechen Sie mit Ihrem Neurologen oder Epileptologen (einem Experten für die Behandlung von Epilepsie). Sie werden entscheiden, ob Sie das Medikament wechseln sollten. Mit der Zeit werden die meisten Menschen anfallsfrei und haben nur noch minimale Nebenwirkungen, wenn sie Epilepsiemedikamente einnehmen. Ein Medikamentenwechsel erfordert jedoch Zeit und Geduld. Das richtige Medikament für Sie zu finden, kann zu gleichen Teilen Kunst und Wissenschaft erfordern - und manchmal auch ein bisschen Glück….Ein Sprung ins kalte Wasser. Auch die besten Ärzte wissen nicht, welches Medikament für eine bestimmte Person am besten geeignet ist.


Krampfanfälle bei Kindern nachhaltig in den Griff bekommen

Im Rahmen der Behandlung Ihrer Erkrankung versuchen Ihre Ärzte, sich ein Gesamtbild von Ihnen zu machen: die Art der Anfälle, Ihr Alter und Geschlecht, andere Erkrankungen, Medikamente, die Sie bereits einnehmen oder später einnehmen könnten, und Epilepsiemedikamente, die Sie in der Vergangenheit ausprobiert haben.Auf der Grundlage dieser Informationen können sie die Auswahl auf einige Medikamente eingrenzen, die sie ausprobieren möchten.

  • Wo fangen Sie an?

  • Wie läuft der Umstellungsprozess ab?

Das ist bei jedem Menschen anders. Ein gemeinsamer Faktor: Der Erfolg hängt von einer guten Partnerschaft zwischen Ihnen und Ihrem Arzt ab. Der Wechsel des Medikaments kann folgende Schritte umfassen:


  1. Ihr Arzt wird eng mit Ihnen zusammenarbeiten, um zu entscheiden, welches Medikament Sie (als nächstes) ausprobieren sollten. Dazu gehört ein ausführliches Gespräch über die Vor- und Nachteile des Medikaments, seine wahrscheinlichen Nebenwirkungen und alle seltenen, aber möglicherweise schwerwiegenden Auswirkungen.

  2. Die "Doppelbelegung". Die meisten Menschen beginnen mit der Einnahme des neuen Medikaments, während sie noch das alte einnehmen. So sind Sie vor Anfällen geschützt, bis das neue Medikament wirkt. Die Dosis des neuen Medikaments wird in wöchentlichen Abständen erhöht.

  3. Absetzen des älteren Arzneimittels (oder auch nicht). Es kann sein, dass Ihr Arzt beide Arzneimittel noch eine Weile weiter einnimmt. Oder er kann Ihnen sagen, dass Sie das erste Medikament schrittweise reduzieren und dann absetzen sollen.


Während dieser Zeit sollten Sie und Ihre Angehörigen auf eventuelle Krampfanfälle, Symptome, Nebenwirkungen und Ereignisse, die das Wohlbefinden beeinflussen achten und diese mit Disziplin dokumentieren. Die Umstellung der Medikation kann leider mehrere Wochen dauern und wird meistens nicht die letze Umstellung.


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